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Berühmte Friedhöfe: Melaten-Friedhof in Köln

Der Melaten-Friedhof ist der Zentralfriedhof von Köln. Er liegt an der nördlichen Grenze des Stadtteils Lindenthal. Im Jahr 1243 wurde er erstmals erwähnt. „Malade“, französisch für „krank“, war ursprünglich ein Heim für Aussätzige.

Das Gelände des Gutes Melaten war schon lange vor der Einweihung des Friedhofes im Jahr 1810 ein Ort des Todes. Im Mittelalter war es sogar ein Ort des gewalttätigen Todes, denn es war die öffentliche Hinrichtungsstätte der Stadt. Der 435 000 Quadratmeter große Friedhof besteht aus dem nördlich liegenden Alten Ehrenfelder Friedhof an der Weinsbergstraße, einem der Öffentlichkeit nicht zugänglichen jüdischen Friedhof und dem eigentlichen Melaten-Friedhof.

Diesen teilt ein Raster von rechteckig angelegten Wegen. Zwei Hauptwege führen von der Aachener Straße nach Norden, beide werden etwa in der Mitte von der Ost-West-Achse gekreuzt. Insgesamt befinden sich zurzeit 55 000 Gräber auf dem Melaten-Friedhof. Die alte Trauerhalle wurde in den Jahren 1880/81 nach Entwürfen des Architekten Heinrich Wiethase in neoromanischen Formen errichtet. Um 1916 erfolgte eine Erweiterung um eine Längsachse nach Norden, Architekt und Stadtplaner Hans Verbeek und sein Mitarbeiter Klewitz schufen einen klassizistischen Bauteil mit loggiaartigem Vorbau.

Nach starken Beschädigungen während des Zweiten Weltkriegs wurde sie nur notdürftig mit einem Flachdach wiederaufgebaut. Mit dem Bau der neuen Trauerhalle am Eingang Piusstraße verlor sie schließlich ihre Funktion und diente lange als Abstellraum. Im Jahre 1980 unter Denkmalschutz gestellt, ist der Melaten-Friedhof heute ein Ausflugsziel für Touristen, vor allem wegen der vielen hier bestatteten Prominenten, der interessanten Grabmäler und des parkartigen Charakters der Anlage, die eine ökologische Nische mitten in der Großstadt Köln ist.

Letzte Ruhestätte fanden hier Politiker und Gewerkschaftsfunktionär Hans Böckler (1875 bis 1951), Schauspieler Willy Millowitsch (1909 bis 1999) und Komiker Dirk Bach (1961 bis 2012). Auf dem Friedhof liegen außerdem einige Größen des Kölner Karnevals. Während des Kölner Karnevals finden Führungen zu Gräbern bekannter Karnevalisten statt, bei denen Besucher Erzählungen und Anekdoten über die Verstorbenen erfahren.