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Berühmte Friedhöfe: der Südwestkirchhof in Berlin

Etwa 28 Kilometer südwestlich von Berlin außerhalb der Stadtgrenzen liegt auf dem Gebiet der brandenburgischen Gemeinde Stahnsdorf der Südwestkirchhof. Er wurde im Jahr 1909 angelegt. Der Südwestkirchhof Stahnsdorf hat eine Fläche von 206 Hektar und ist damit einer der größten Friedhöfe in Deutschland.

Etwa 150 Hektar waren und sind für Familiengrabstätten vorgesehen, die bis heute individuell gestaltet werden. Durch sein langes Bestehen und die unermüdliche Pflege zeigt der Südwestkirchhof eine einzigartige Sammlung von Grabstätten aus vielen Jahrzehnten. Barock und Klassizismus, Gotik und Expressionismus liegen hier nebeneinander in einer wunderbaren Parklandschaft. In diese fügt sich harmonisch die Friedhofskapelle ein. Komplett aus Holz gebaut, ist sie noch im Original aus dem Jahr 1909 erhalten, Malereien und die Orgel inklusive. Der Südwestkirchhof wird von der evangelischen Kirche unterhalten. 

Der Friedhof ist jedoch offen für alle Menschen, unabhängig von Religion und Herkunft. So finden sich hier die Gräber des großen Baumeisters Walter Gropius (1848 bis 1911), des Sängers und Komponisten Engelbert Humperdinck (1854 bis 1921), der Verleger Gustav Langenscheidt (1832 bis 1895) und Louis-Ferdinand Ullstein (1863 bis 1933) sowie des Industriellen Werner von Siemens (1816 bis 1892). Der Berliner Maler und Zeichner Heinrich Zille (1858 bis 1929) hat ebenfalls auf dem Südwestkirchhof seine letzte Ruhe gefunden. 

 Königin Elizabeth II. dankte bei einem Besuch des britischen Soldatenfriedhofes South-Western Cemetery den Pflegern und Betreibern für ihre jahrelangen Bemühungen um den Erhalt der Gräber auf dem Südwestkirchhof. In den Jahren von 1913 bis 1961 verband eine Friedhofsbahn den Südwestkirchhof mit Berlin-Wannsee. Mit dem Mauerbau im Jahr 1961 lag der Friedhof im Grenzgebiet und konnte von Westberlin aus nicht mehr betreten werden. Ostberlin nutzte den Friedhof weiter. Reste der 1976 stillgelegten Bahnanlagen sind noch zu erkennen. Das Bahnhofsgebäude hingegen wurde gesprengt. Der Südwestkirchhof bietet Urnenbegräbnisse unter Bäumen. Tafeln mit den Namen der Verstorbenen geben den Angehörigen einen Platz zum Innehalten. Viele historische Grabstätten wurden besonders während der deutschen Teilung nicht gepflegt. Um diese zu erhalten, kann man Grabpatenschaften übernehmen. Man sorgt damit für die Restaurierung und den Erhalt einer Grabstelle und erwirbt gleichzeitig das Recht, dort bestattet zu werden.